Kösters künstlerischer Schwerpunkt liegt in einer akribischen Erforschung des Zusammenspiels von Sprache, Poesie, Notation, und Linguistik. Er verwandelt geschickt unterschiedliche textliche Quellen, von Manifesten und betrunkenen SMS-Nachrichten bis hin zu E-Mails und Gedichten, und erschafft dabei komplexe Illusionen in ihren Bedeutungen.

Künstlerisches Konzept: Eröffnung der Ausdruckskraft der klassischen/neuen Musik durch Erweiterung ihres Umfelds auf verschiedene Einflüsse, Menschen und Orte

Meine Erfahrung in der Welt der klassischen Musik hat mir gezeigt, dass Musiker oft für die Arbeit in hochspezialisierten Umgebungen ausgebildet werden, in denen die Arbeitsbedingungen auf die Exklusivität und Dominanz der europäischen Tradition ausgerichtet sind. Obwohl viele dieser Traditionen ihre Berechtigung haben, schließen diese Umgebungen (1) Musiker aus anderen Genres/Hintergründen aus und (2) schränken die Fähigkeit klassischer Musiker ein, sich mit der vielfältigen Musikwelt um sie herum auseinanderzusetzen.

Infolgedessen finden die Aufführungen in Konzertsälen oder Institutionen statt, die eine wahrnehmbare Zugangsbarriere darstellen. Diese ästhetische Dominanz und hierarchische Beziehung zur großen Musikwelt schränkt die expressive und gesellschaftliche Wirkung der klassischen/neuen Musik stark ein.

“SIMONE”-texts from Simone de Beauvoir’s The Second Sex

commissioned by the MIRROR STRINGS Ensemble
with the Generous support of Editions Gallimard, Constance Borde and Sheila Malovany-Chevallier

SCORE EXCERPTS

I dream in the third person now.” (songcycle)

komponiert mit der Unterstützung des Deutschen Musikrates

Können Worte von Philosophen, E-Mails von Freunden und betrunkenen SMS-Nachrichten für Lieder verwendet werden? Kann man experimentelle Popmusiktraditionen mit der Ernsthaftigkeit der modernen Kunst verbinden? In diesen Kompositionen habe ich die Grundlagen erforscht, wie Musik komponiert wird, und inwieweit unsere Einflüsse neu definiert werden können.

MOVEMENT 1: ANSWER
MOVEMENT 2: PATRIMORT

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Gentle as a Faun

komponiert mit Unterstützung des Hauptstadtkulturfonds und “Tilo Weber and the Five Fauns”

Diese Komposition wurde für Tilo Weber und die 5 Faune geschrieben. Sie basiert auf Texten von Clarice Lispector. PREMIER SUMMER 2024.

Durch die Vermischung von Pop, klassischer Musik und Jazz-Notation balanciert diese Komposition zwischen Expressivität, Atonalität und freier Notation.
Die Verwendung von gestenorientierter Notation in Kombination mit der Lead-Sheet-Notation trägt zur Vielseitigkeit des künstlerischen Ausdrucks bei.

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Hamburg, Amburgo! Essigtstadt

im Auftrag der Franz Wirth Gedächtnisstiftung

Diese Partitur bildet die Grundlage für ein größeres Projekt (derzeit in Arbeit), das nach einem ausdrucksstarken Medium sucht, um Anita Rées Postkarten eine musikalische Form zu geben. Aufbauend auf avantgardistischen Tonalitäten und moderner gestischer Komposition erkundet dieses Stück, wie ein Kunstwerk und ein Brief als musikalische Noten verwendet werden können. Auf der Suche nach interdisziplinären Konzepten wird das Werk mit einer Reihe von Gemälden von Anita Rée in Einklang gebracht.

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